Archive for the ‘mp3’ Category

Haldern verpasst!

18. August 2009

ich bin ein künstler

Eigentlich müsste an dieser Stelle unbedingt ein Beitrag von mir kommen, wie großartig das Haldern Pop dieses Jahr wieder war und welche tollen Bands ich alle gesehen habe. Die Wirklichkeit sieht allerdings anders aus und zwar habe ich mein Ticket vertickt und am Wochenende gearbeitet. Das ist tragisch, da ich mich seit langer Zeit auf das Festival gefreut habe, aber akute Geldnot trieb mich zu dieser selbstzerstörerischen Handlung. Damit ihr mein Leid ein wenig teilen könnt, hört euch diesen traurigen Song von José González‘ Band Junip an, die es auch nicht aufs Festival geschafft haben.

Junip – Black Refuge [zshare]

Die hatten aber eine bessere Ausrede als ich, nämlich die Produktion einer neuen CD. Und da hätten wir dann auf die lange Sicht doch noch was von.

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Jan Delay – Wir Kinder Vom Bahnhof Soul

14. August 2009

Jan Delay möchte alle sein: Prince, Stevie Wonder, George Clinton, Michael Jackson, James Brown, Udo Lindenberg, usw… Dank der Disko No.1 Band hat er auch das passende musikalische Grundgerüst dafür und das – muss man anerkennend zugestehen – ist gar nicht so weit von den Vorbildern entfernt. Überraschenderweise Verdientermaßen darf die Disko No.1 Band dann auch bei „B-Boys & Disko Girls“ ihren Mucke spielen ohne dass Jan Delay gesanglich dazwischenfunkt. Für manche vielleicht das Highlight des Albums, denn Jan Delays Gesang polarisiert nunmal sehr stark. Das liegt nicht nur an seiner nasalen Stimme, sondern auch an seinem Hamburger Hiphop-Slang und sogar an Inhalten. Letztere variieren zwischen Sozialkritik, Eigenlob und Liebesthemen und bieten dadurch schon reichlich Angriffsfläche für all die Hater, die nicht auf die derben Hamburg-Styles flashen. Glücklicherweise ist sich Jan der eigenen Widersprüchlichkeit bewusst und nimmt die Kritik schon in einem an „Füchse“ gemahnenden Skit vorweg. Entkräften kann er sie auf dem Album jedoch trotzdem nicht wirklich. Manchmal klingt etwas, was er singt, albern oder ungewollt komisch und vor allem „Large“ stößt mich ein wenig ab. Das alles macht aber finde ich gar nichts, denn neben den wirklich guten Songs (vor allem die ruhigeren) und Texten (teilweise) ist das überhaupt eine seiner größten Qualitäten ein Charakterkopf zu sein und anzuecken. Als Popstar steht er damit ziemlich alleine da. – Ja, der Typ, der nicht wollte, dass ihr seine Lieder singt, ist jetzt sowas wie ein Popstar, zumindest im deutschen Musikbusiness. Vielleicht der beste den wir haben. Keiner der oben genannten, aber ganz eindeutig Jan Delay.
Anspieltipps: Ein Leben Lang, Hoffnung, Kommando Bauchladen, Little Miss Anstrengend

Jan Delay – Ein Leben Lang [zshare]

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Grüün

9. August 2009

Weiter gehts mit deutscher Musik. Diesmal: Rap – und zwar von der guten Sorte. Grüün setzt sich zusammen aus dem Rapper tide und dem Producer Comfort Fit und die machen Hiphop abseits des Mainstreams. Das ist dann häufig melancholisch, vertrackt, düster, experimentell, kann aber auch ganz anders wie die Videoauskopplung „Gluck Gluck“ beweist. Die Beats von Comfort Fit sind erste Sahne und halten dem Vergleich mit Flying Lotus, Prefuse 73 usw. locker stand. Der Rapper tide weiß auch zu überzeugen und rappt mal ernst, mal mit Witz über ganz verschiedene Themen. In „Üübertreiben“ rappt er über eklige Dinge und meint damit nicht dicke Frauen mit Achselhaaren; „5 Sekunden Schweiß“ verstehe ich als eine Hommage an Freundeskreis‘ „Cross The Tracks“(!) und in „Gluck Gluck“ gehts um Alkoholkonsum und Feierei. Auch technisch ist tide ein guter Rapper und spricht auch nicht dieses ‚vereinfachte Straßendeutsch‘, wie einige andere Kollegen.
Aber das beste daran ist, dass es das alles für jeden umsonst runterzuladen gibt. Die „Krauthop EP“ von der ich spreche ist auf dem Netlabel ideology erschienen. Von Comfort Fit gibt es auch noch den ganzen, hauptsächlich instrumentalen
Backkatalog gratis und am 14.08. – das ist schon nächste Woche – ein ganz neues Soloalbum.

Grüün – Gluck Gluck

Krauthop EP Download

comfort fit blog tokyo dawn records ideology records

The Robocop Kraus

31. Juli 2009

Musik aus Deutschland ist in diesem Blog leider etwas unterrepräsentiert. Zeit etwas dagegen zu unternehmen. Hier kommen The Robocop Kraus aus Nürnberg. Ihr neuestes Lied mit dem genialen Titel ist Vorbote der bald erscheinenden EP „Metabolismus Maximus“. Ich finde es sehr gut. Anhören! Sofort!

The Robocop Kraus – Sometimes I Wonder If You’d Been A Dog In A Previous Life [zshare]

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Teenage Fanclub – Everything Flows

28. Juli 2009

Heute habe ich für euch eine kleine Antiquität: die erste Single vom ersten Album von Teenage Fanclub. 1990 war das, ohne so klingen zu wollen als hätte ich das damals schon gehört (war auch noch zu jung). Hab das zugegenermaßen jetzt erst entdeckt, finde es aber trotzdem toll und auch erwähnenswert, da dieses Lied bestimmt vielen entgangen ist (wie mir).

Teenage Fanclub – Everything Flows [zshare]

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Purplish Rain

26. Juli 2009

Purple Rain ist eins der großartigsten Alben, das es gibt. Deswegen hat das amerikanische Musikmagazin Spin zu ihrer Sonderausgabe darüber ein Purple-Rain-Coveralbum mit verschiedenen Künstlern erstellt. Weil es soviele Highlights darauf gibt, dass ich mich nicht für eins entscheiden konnte, gibts jetzt gleich drei Lieder als mp3 für euch.

The Twilight Singers – When Doves Cry [zshare]

Fol Chen – The Beautiful Ones [zshare]

El Mariachi Bronx – I Would Die 4 U [zshare]

Bis zum 30.9. kann man sich das ganze Ding übrigens noch bei spin.com runterladen, wenn man eine Frage beantworten kann und seine Emailadresse angibt.

Icke & Er – Richtig Geil

24. Juli 2009

ich bin kein berliner, deswegen kann ich nicht so den starken bezug zu icke & er aufbauen. aber ihre musik besitzt doch mehr als nur diesen lokalen aspekt und auch noch mehr als nur humor. denn so witzig finde ich das eigentlich gar nicht. aber es ist irgendetwas da, von dem ich denke: das ist gut gemacht. ich weiß zwar nicht genau was das ist, aber es ist da. die beats und vor allem die raps sind ja technisch gesehen nicht unbedingt stark. aber sie haben auch nicht den anspruch. vielleicht ist es das: diese bescheidenheit und, ich würde soweit gehen, menschlichkeit. icke & er sind viel näher dran an dem menschen, der uns jeden tag begegnet, als wahrscheinlich jeder andere musiker – und trotzdem sympathisch, das ist wohl die größte kunst.
icke & er – richtig geil [zshare]

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PS: falls ihr das lest, widersprecht mir ruhig auch mal! manchmal spinne ich mir auch einfach nur irgendnen scheiß zurecht.

Noch einmal ganz kurz über Michael Jackson

19. Juli 2009

So… Jetzt, da alle sich beruhigt haben, kann ich wieder über Michael Jackson posten. Nur einmal, danach ist Schluss. Versprochen. Und es geht auch nur um Musik.
Diese 4 Tributes an Michael kann man sich mal anhören, selbst wenn man das Gerede satt hat.
John Robinson – The One [zshare]
The Roots & Erykah Badu – Wanna Be Where You Are [zshare]
Georgia Anne Muldrow – King\'s Ballad [zshare]
Dwele – Human Nature [zshare]
Das wars auch schon. Hat doch nicht weh getan, oder?

Cymraeg/Welsh/Walisisch

18. Juli 2009

Als Sprecher des Katalanischen bin ich auch ein Freund von anderen Sprachen, die oftmals übersehen werden. Deswegen präsentiere ich hier mal was auf Walisisch. Der einzige Mensch, den ich kenne, der in dieser Sprache singt, ist Gruff Rhys von den Super Furry Animals. Obwohl er bei den SFA hauptsächlich englisch singt, gibt es auch den ein oder anderen walisischen Song der Band und er hat sogar ein Soloalbum komplett auf walisisch aufgenommen, „Yr Atal Genhedlaeth“ heißt es. Ich verstehe natürlich kein Wort davon, aber Ortsnamen, wie Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch oder Gorsafawddacha’idraigodanheddogleddollônpenrhynareurdraethceredigion, sind doch wunderschön. Genauso wie dieses Lied.

Super Furry Animals – Torra Fy Ngwallt Yn Hir [zshare]

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…And You Will Know Us By The Trail Of Dead im King Georg am 13.07.09

14. Juli 2009

…Trail Of Dead waren in Köln und ich war dank Intro dabei, hab nämlich bei deren Ticketverlosung gewonnen. Stattgefunden hat das ganze im King Georg (nähe Ebertplatz), einer Kneipe wie man sie sich wünscht, mit Ledercouches, großem Kronleuchter, langem Tresen, schummriger Atmosphäre, nicht zu groß, knapp über 100 Leute durften nur rein (Presse und glückliche Verlosungsgewinner).
Bevor es losging konnte man sich ein paar von Conrad Keelys (Sänger der Band) Kunstwerken (s.o.) anschauen, die er größtenteils mit Kugelschreiber(!) gefertigt hat und auch anschließend limitierte und signierte Drucke erwerben. Sehr schön das ganze, aber die meisten waren dann doch wegen der Musik da.
Da in der Kneipe wohl normaler keine Konzerte stattfinden war einiges improvisiert, so wurde aus einem Tablett ein Gong und eine Kühlbox zum Allround-Percussion-Instrument und es wurden nicht eigene Akustikgitarren gespielt. Es war also schon ein bisschen was besonderes und auch was intimeres, denn aufgrund der Größe der Bar war man schon ziemlich nah dran am Geschehen und es gab auch mehr Kommunikation zwischen Band und Publikum.
Als sie dann angefangen haben zu spielen war ich schon ein wenig geplättet, der zweite Song „Bells Of Creation“ war dann sogar noch besser und ich dachte, das wird das Konzert meines Lebens. Wurde es leider nicht, denn was so vielversprechend begann, konnte letztendlich nicht die Erwartungen erfüllen. Grund dafür waren die langen Pausen zum Gitarrenstimmen zwischen den Liedern. Auch haben es die Bandmitglieder (Jason seis verziehen, es war sein Geburtstag) ein bisschen an Professionalität mangeln lassen. Etwas proben vorher hätte nicht geschadet, das haben sie selbst so gesagt und es stimmt nunmal auch. So konnte nicht jeder Song ganz überzeugen. Das Publikum hat trotzdem eine Zugabe verlangt, die dann auch gewährt wurde. Denn gut wars allemal, aber mit Raum nach oben.
Ein bisschen haben mich …Trail Of Dead damit der Illusion beraubt, Musiker könnten jederzeit ihre Musik spielen und müssten sich nicht vorbereiten. Tja… – aber es gibt ja immer noch Studioaufnahmen.

…Trail Of Dead – Bells Of Creation [zshare]